Die Halbinsel Krim, vor kurzem von der Ukraine annektiert, soll vielleicht zu einer Glücksspielregion werden, die russischen Politiker denken darüber laut nach. Diskutiert wurde darüber von Dmitri Kosak, der stellvertretende Ministerpräsident, bei einer Ministerrat Sitzung. Diese Informationen sollten nicht an die Öffentlichkeit gelangen, daher wurde darüber geschwiegen. Eine Frist bis zum 15. April bekamen die Ministerien für Finanzen, Wirtschaft und Regionalentwicklung, um für das Projekt „Glücksspiel“ einen Plan vorzulegen aus welchem die Ausgaben- und Einnahmenschätzung ersichtlich ist. Die Krim soll nicht allzu sehr den Staatshaushalt belasten, die Region hat bereits ein Haushaltsdefizit von ca. 1,5 Milliarden Euro.

Mit den schwächsten Wirtschaftsaussichten seit 2009 muss Präsident Wladimir Putin in Russland rechnen. Das Niveau der Kapitalabflüsse des kompletten letzten Jahres wurde bereits im ersten Quartal dieses Jahres überschritten. Auch die Zukunft sieht nicht so rosig aus wegen den Sanktionsdrohungen der Europäischen Union und der USA, aufgrund von der Annexion. Sollte auf der Krim wirklich ein Glücksspielbereich entstehen, gehört dieser zur Sonderwirtschaftszone, das heißt, für diese Unternehmen gibt es massive Steuererleichterungen.

Die Ministerien sollen für die Entwicklung der Krim Fahrpläne erstellen, wurde angeordnet von Dmitri Medwedew persönlich. Ein Kommentieren der Pläne wird von seiner Sprecherin, Natalya Timakova, abgelehnt. Zu der Anfrage ob es für die Ministerien einen Auftrag gibt, um für die Spielzone die Pläne weiter voranzutreiben, lehnte ein Sprecher von Kozak, Ilya Djous, ab. Er sagt, dass alles berücksichtigt wird, was zur Ankurbelung der Wirtschaft verhilft. In Russland wurde 2009 im ganzen Land das Glücksspiel verboten, nicht betroffen von diesem Verbot sind vier Bezirke, Kaliningrad, Krasnodar, Wladiwostok und Altai. Putin lehnte bereits einen Antrag ab, es sollten keine Glücksspiele nach Sotschi gebracht werden, nur um schnell an den Rubel zu kommen. Der Präsident Wladimir Putin unterstrich noch im letzten Monat, dass Sotschi nach den Olympischen Winterspielen ein Familien-Resort bleiben wird.